Die Konfiguration einer Datasource in Jboss ist in zwei Schritte aufgeteilt. Man muss einen zu Datanbank passenden JDBC-Treiber verfügbar machen und man muss eine Datasource erstellen, welche diesen nutzt. In diesem Beispiel wird eine Datasource für die MySQL Datenbank erstellt.

1. Installation des JDBC-Treibers

Nun muss man sich erst einmal den passenden JDBC-Treiber herunter laden. Für MySQL ist der offizielle Treiber Connector/J, welchen man sich hier laden kann (Aktuell ist zu diesem Zeitpunkt die Version 5.1.22). In diesem Archiv findet man mehrere Verzeichnisse und Dateien. Zur installation des JDBC-Treiber benötigt man erst einmal nur das darin enthaltene jar-Archiv.

Zur Installation des JDBC-Treiber hat man nun zwei Möglichkeiten.

1.1. Installation als Deployment

Die Installation des JDBC-Treibers als Deployment ist der empfohlene Weg. Der Grund hierfür ist, dass wenn man den JBoss als Domain betreibt, sich dieser um die Verteilung des Treibers kümmert. Darum muss sich der Administrator also nicht extra kümmern. Die Installation selbst ist für den Standalone-Betrieb also denkbar einfach:

Im Domain-Betrieb wird die Jar-Datei einfach per Management-Konsole deployed.

Jeder JDBC 4- Konforme Treiber wird automatisch mit Name und Version im System installiert.

1.2. Installation als Modul

Die Installation als Modul nimmt man im Unterordner „modules“ im Hauptverzeichnis des JBoss vor. Man legt sich nun die Ordner des folgenden Pfades an:
$JBOSS_HOME/modules/com/mysql/main/
Dorthin speichert man die mysql-connector-java-5.1.22-bin.jar und legt die Datei module.xml mit folgendem Inhalt an:

Der Modulname ist „com.mysql“, was dem angelegten Pfad im modules Ordner entspricht. Das Element path im resource-root ist der Pfad zur Jar-Datei, relativ zur module.xml.

Das so installierte Modul muss man nun noch innerhalb von drivers im Datasources Subsystem in der Standalone.xml bekannt machen. Dies macht man mit folgendem Eintrag:

Der JDBC-Treiber für MySQL ist nun innerhalb des JBoss bekannt. Im nächsten Schritt legt man nun eine Datasource an, die diesen benutzt.

2. Anlegen der Datasource

Zum anlegen der Datasource kann man nun aus insgesamt drei Wegen wählen. Den Dialog in der Management Konsole, händisches eintragen in die Standalone.xml oder das Kommandozeilenwerkzeug jboss-cli.sh. Da der Dialog in der Konsole selbsterklären ist, werde ich nur die letzten beiden Methoden erklären.

2.1. Anlegen über die jboss-cli.sh

Im Unterverzeichnis bin/ innerhalb des Hauptverzeichnisses, findet man die Datei jboss-cli.sh. Diese ruft man mit folgendem Befehl auf:

Durch den Zusatz –connect baut man direkt eine Verbindung zum JBoss auf (dieser muss dafür natürlich gestartet sein). Mit folgendem Befehl innerhalb der sich geöffneten Konsole legt man nun die Datasource an:

Die einzelnen Attrribute bedeuten folgendes:

–name= Legt den Namen der Datasource fest.

–jndi-name= Legt den vollen Namen im Java Naming and Directory Interface fest. Dieser muss mit java:/ beginnen.

–driver-name= Legt fest, welcher JDBC-Treiber von dieser Datasource genutzt werden soll. Was man hier eintragen muss, hängt nun von der gewählten Art der Treiberinstallation ab. Hat man den Treiber als Modul installiert, ist das hier eingetragene com.mysql zu nutzen. Wenn man ihn als deployment installiert hat muss man mysql-connector-java-5.1.22-bin.jar angeben.

–connection-url= Enthält den Pfad zur Datenbank, beginnend mit jdbc:mysql:

–user-name= Enthält den Nutzernamen für den Datenbankzugriff

–password= Enthält das Passwort des Datenbanknutzers

Man aktiviert die Datasource nun mit:

2.2. Eintragen in die Standalone.xml

Im Subsystem Datasources kann man den Eintrag für die Datasource auch selbst eintragen. Der Eintrag dafür sieht wie folgt aus (für die Erklärung der einzelnen Attribute entspricht denen aus Abschnitt 2.1):